Geld verdienen von zu Hause aus, keine nervigen Vorgesetzten, freie Zeiteinteilung - das sind nur drei Argumente, die das Trading äußerst attraktiv machen. Man sagt, dass Trading der schwerste Beruf ist. Ich beschreibe meine Erfahrungen beim Trading und führe ein öffentliches Tradingtagebuch. Ich stelle meine Tradingstrategien vor und biete eine Plattform, um diese zu diskutieren. Wichtig – die Psychologie beim Traden. Der Blog wird mit aktuellen Chartbildern abgerundet.
Professionelle Trader, ernsthafte Trader haben einen Tradingplan.
Dieser Plan enthält neben der Strategie, den gehandelten Signalen, dem Trade-Management und anderen Größen auch das Tradingziel.
Ausgehend von seinem Kontostand soll der Trader sein Wochenergebnis planen. Das kann man logischerweise auf ein durchschnittliches Tagergebnis runterbrechen. Aber ist das auch sinnvoll?
1. Betrachtung - Trefferquote
Angenommen, man möchte durchschnittlich 30 Pips am Tag verdienen. Das hört sich nicht viel und durchaus machbar an.
30 Pips kann bei einer Trefferquote von 100% 1 Trade sein, der gut läuft.
Bei einer Trefferquote von 75% müssen die positiven Trades immerhin zusammen 40 Pips erwirtschaften und die negativen Trades dürfen max. 10 Pips ausmachen.
Bei einer Trefferquote von 50% ist dieses Verhältnis 60 Pips plus und max. 30 Pips minus. Da rein statistisch diese Trefferquote die wahrscheinlichste ist, hört sich das schon ganz schön viel an.
Bei 5 Handelstagen in der Woche müsste der Trader also mindestens 150 positive Pips je Woche schaffen.
Ist dieser Ansatz richtig?
2. Betrachtung - Geld statt Pips
Oder ist es sinnvoller, die Geldsumme statt der Pips zu nehmen. Ziel: Jede Woche +500 Euro. Unter Berücksichtigung des Risikomanagents wird die Lot-Zahl der Trades schwanken - in Anhängigkeit von der Kontogröße und dem gewählten Risiko. 500 Euro verlangen schon ein solide Kontogröße, wenn man das Risikomanagement ernst nimmt.
3. Betrachtung - Overtrading?
Ein Wochenziel verführt dazu zu traden und jedem scheinbaren Trade nachzujagen, wenn man das Ziel noch nicht erreicht hat. Andererseits lässt man vielleicht tolle Trades liegen, weil ja das Wochenziel schon erreicht wurde und man nicht mehr zu traden braucht.
Fazit:
Um aus dem Dilemma herauszukommen, sollte man meiner Meinung nach einfach nur zu den Haupthandelszeiten der Märkte traden. Gute Trades erkennen und nach Tradingplan handeln. Sich ein Wochenziel oder Tagesziel zu setzen ist kontraproduktiv. das bedeutet, den Märkten seinen Willen aufzwingen zu wollen - das wird einfach nicht klappen.
Also besser: für sich selbst die Uhrzeiten festlegen, an denen man vor dem Rechner sitzt, und dann den Tradingplan umsetzen - ohne Wochen oder Tagesziel.